Hilfen zur Erziehung
  

Der Bereich der Hilfen zur Erziehung beinhaltet ein breites Spektrum von Hilfsangeboten der Kinder- und Jugendhilfe. Diese sind im Kinder- und Jugendhilfegesetz verankert. Der Zweck dieser Hilfen besteht darin, Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen. Eine solche Unterstützung ist in der Regel kostenlos und wird durch das zuständige Jugendamt gewährt.
Wir bieten verschiedene Hilfsangebote an:
 
soziale Gruppenarbeit
Erziehungsbeistand/Betreuungshilfe
sozialpädagogische Familienhilfe
intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung
Elterncoaching – Wiederherstellung der elterlichen Autorität


Diese Hilfen werden durch qualifizierte und erfahrene Fachkräfte durchgeführt. Hierbei legen wir besonderen Wert auf die Herausarbeitung und Umsetzung von lebensweltbezogenen und kultursensiblen Arbeitsansätzen.


1. Soziale Gruppenarbeit

Ziele der sozialen Gruppenarbeit

Die soziale Gruppenarbeit (§ 29 SGB VIII) macht es sich zum Ziel, das Sozialverhalten von Kindern und Jugendlichen aufzugreifen und zu reflektieren. Die Kinder lernen in der Interaktion zu Gleichaltrigen neue Handlungsstrategien zu entwickeln und im Gruppengeschehen auszuprobieren. Die Kinder und Jugendlichen werden von unseren Fachkräften in folgenden Bereichen speziell gefördert:

im persönlichen Bereich (z.B. Stärkung des Selbstbewusstseins, Entwicklung von Konfliktlösungsstrategien, Förderung von Durchhaltevermögen, Stärkung im Beziehungsaufbau, Umgang mit Ängsten, Aggressionen und Gewalt)
im familiären Bereich (z.B. in der Kommunikation mit Eltern und Geschwistern)
im Freundschaftsbereich (z.B. beim Eingehen von Bindungen, in der Interaktion mit anderen)

im Schulbereich (z.B. bei Schulverweigerung, Unlust, Unter- und Überforderung, Konzentrationsschwierigkeiten, Kontaktproblemen)

 



Zielgruppe

Unser Gruppenangebot richtet sich an Mädchen und Jungen zwischen 8 und 14 Jahren. Es gibt getrennte Mädchen- und Jungengruppen, die maximal aus 8 Teilnehmer/innen bestehen.

Angebot
  

Die soziale Gruppenarbeit umfasst Gruppentreffen, Elternberatung, Einzelberatung sowie die Kooperation mit den jeweiligen Schulen und dem Jugendamt
Jede Gruppe trifft sich grundsätzlich zweimal pro Woche
Einmal im Jahr findet eine Gruppenreise statt


Schwerpunkt Sozialverhalten
 
Im Gruppengeschehen lernen die Kinder und Jugendlichen, Konflikte und Differenzen zu erkennen und gewaltfrei zu lösen

Wir fördern die sensible Auseinandersetzung mit dem multikulturellen Alltag
 

Durch Gruppenübungen lernen die Kinder und Jugendlichen, Eigenverantwortung zu übernehmen und werden in der Entwicklung ihrer Sozialkompetenzen gezielt unterstützt

Wir bieten eine sinnvolle und kreative Freizeitgestaltung
 


Schwerpunkt Schule
 
Wir unterstützen die Kinder und Jugendlichen bei Problemen im Schulalltag

Wir fördern die Lernmotivation und Konzentrationsfähigkeit
 

Wir kooperieren mit Lehrerinnen und Lehrern, insbesondere in Krisensituationen



Schwerpunkt Beratung
 
Individuelle Beratung für die Kinder und Jugendlichen

Individuelle Beratung der Eltern bei Erziehungsfragen
 

In Konfliktfällen (z.B. innerhalb der Familie, zwischen den Kindern und Jugendlichen sowie in der Schule) bieten wir konstruktive Vermittlungsgespräche an



Das Team
 
Alle Gruppen werden von erfahrenen Fachkräften (Dipl.-Sozialpädagoginnen und -Sozialpädagogen sowie von Dipl.-Pädagoginnen und -Pädagogen) geleitet

Die einzelnen Gruppen werden von bi-kulturellen Teams betreut
 


Anmeldung
 
Die Erziehungsberechtigten stellen einen Antrag beim zuständigen Jugendamt (Kostenträger)
Bei der Kontaktaufnahme zum Jugendamt können wir behilflich sein
Das Gruppenangebot ist in der Regel kostenlos
Die Laufzeit der Gruppe beträgt maximal 24 Monate



2. Erziehungsbeistand/Betreuungshilfe

Bei dieser Hilfe steht das Kind oder der Jugendliche im Fokus. Gemeinsam mit einer Helferin oder einem Helfer werden individuelle Problemlagen erörtert und Lösungswege gesucht.
In der Regel wird diese Hilfe bei folgenden Problemlagen gewährt:
 
Integrationsprobleme
Schul- und Lernschwierigkeiten
Kontaktprobleme
Entwicklungsverzögerung
Verhaltensauffälligkeiten
Verselbstständigungsprobleme
Psychische Krisensituationen

Die Betreuung findet in der Familie und im Umfeld, z.B. der Schule und der, Freizeiteinrichtungen statt. Unser Bestreben ist es, die Ressourcen des Kindes, bzw. des Jugendlichen, aber auch der Familien, zu stärken. Dazu gehören u.a. Elterngespräche, gemeinsame Aktivitäten mit Eltern und Geschwistern sowie das Bearbeiten von Erziehungsfragen und Familienproblemen.



3. Sozialpädagogische Familienhilfe

Wir unterstützen die Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und deren Familie durch sozialpädagogische Familienhilfe, insbesondere wenn 
 
Erziehungsschwierigkeiten    
Schulprobleme
Partnerkonflikte
Suchtproblematik
seelische und körperliche Entwicklungsstörungen und
Gewalt
 
den Familienalltag belasten. Die Familienhelfer/innen unterstützen und begleiten die Familien und helfen bei der Lösung von Konflikten und der Bewältigung von Krisen. 

Gemeinsam werden die individuellen Potenziale und Ressourcen der Familienmitglieder erschlossen und sichtbar gemacht. Es werden lebensweltbezogene soziale Netzwerke geknüpft, die es der Familie ermöglichen, ihre Probleme aus eigener Kraft zu lösen. 

Unsere Arbeit ist ressourcenorientiert. Wir helfen neue Sichtweisen und eigene Strategien zur Lösung von Konflikten zu erarbeiten und konzentrieren uns dabei auf die individuellen Fähigkeiten und Potenziale der einzelnen Familienmitglieder. Mögliche Veränderungen in den Beziehungsstrukturen werden mit Blick auf sinnvolle und realistische Entwicklungsperspektiven thematisiert.
 
 
 
 
4. Intensive Einzelbetreuung


Die intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung bietet Jugendlichen und jungen Volljährigen ein Hilfeangebot, die sich den traditionellen Hilfsangeboten entziehen.
Die Problemlagen dieser Jugendlichen können dabei durch drastische Merkmale wie:
 
 
Aggressivität
Trebegang/Obdachlosigkeit
Delinquenz
Suchtverhalten 

gekennzeichnet sein. Die Besonderheit der intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung liegt in der Intensität der Unterstützung. Im Mittelpunkt steht der Einzelkontakt mit den Jugendlichen. Die wesentlichste Grundbedingung dieser Hilfe ist die freiwillige Zusage des Jugendlichen das Hilfeangebot anzunehmen. Die Hauptaufgabe der Helferin oder des Helfers besteht in der Stärkung des jungen Menschen und im Aufbau von tragfähigen Netzwerken.



5. Elterncoaching – Wiederherstellung der elterlichen Autorität

Das Trainingsprogramm »Wiederherstellung der elterlichen Autorität« richtet sich an Eltern, die sich anhaltend in einem Machtkampf mit ihrem Kind bzw. ihren Kindern verwickelt haben.
Dieser Machtkampf kann dabei auch aggressive Züge tragen. – So ist es möglich, dass die Eltern von ihren Kindern bedroht oder sogar geschlagen werden. Ebenso ist es möglich, dass sich die Gewalt zwischen den Geschwistern abspielt.

Bei eingehender Betrachtung wird schnell deutlich, dass die Eltern im Verlauf der Erziehung, meist über den Zeitraum von mehreren Jahren, stark an Autorität und Einfluss gegenüber ihren Kindern verloren haben. Das Familienleben wird durch das Verhalten der Kinder sehr stark negativ beeinflusst. Einige Eltern betonen, dass sie sich zeitweilig durch das Verhalten ihrer Kinder regelrecht tyrannisiert fühlen.

Sie wissen nicht mehr wo sich ihre Kinder aufhalten, womit sie sich beschäftigen oder mit welchen Freunden sie sich umgeben. Viele Eltern berichten, dass ihre Kinder nur noch auf massive Interventionen reagieren. Die Eltern fühlen sich hilflos und »an die Wand gedrängt« – sie wissen nicht mehr was sie tun sollen um die familiären Auseinandersetzungen in den Griff zu bekommen.

Die Erscheinungsformen dieser Problematik sind sicherlich vielfältig. In der Fachliteratur findet sich hierzu häufig folgendes Szenario:
 
Die Familie befindet sich schon lange Zeit in der Problemphase. Die Beziehung zum Kind ist geprägt durch massive Auseinandersetzungen und schwindenden Einfluss der Eltern. Die Eltern haben schon sehr viel versucht, um die Probleme zu bewältigen; vor allem haben sie viel mit ihren Kindern geredet. Die Kinder reagieren fast überhaupt nicht mehr auf Ansprache. Stattdessen nehmen die Probleme immer mehr zu. Sie beginnen beispielsweise die Schule zu schwänzen, sind in zahlreiche Delikte verwickelt und haben einen Freundeskreis, der den Eltern fast unbekannt ist. Sie halten sich kaum noch an die häuslichen Regeln.
Der Respekt zu den Bezugspersonen wird immer geringer, verbale Beleidigungen sind zunehmend Teil der Auseinandersetzung. Häufig kommt es zu Erpressungen der Eltern durch Symptomverhalten – »wenn Du nicht machst, was ich sage, dann schwänze ich weiterhin die Schule« –, Gewalt, bzw. verbale oder physische Exzesse der Kinder. Die Eltern fühlen sich völlig hilflos. Es hat den Anschein, dass sie den Kampf um ihre Autorität verloren haben.
Teilweise versuchen die Eltern, ihre Kinder durch Gewalt in den Griff zu bekommen. Diese Gewalt ist ein Ausdruck der Hilflosigkeit. Sie fühlen sich nach Gewaltanwendung zumeist schlecht und haben große Schuldgefühle.
Die Kinder sind evtl. schon durch Gewalt- oder Drogendelikte auffällig geworden.

Hier setzt unser Trainingsprogramm an. Es hilft den Eltern dabei, ihre Autorität wiederzuerlangen.
Die Eltern durchlaufen ein 6-monatiges Trainingsprogramm, in dem sie, durch gezielte und passgenaue Hilfestellungen, ihre elterliche Präsenz und somit auch ihre Autorität stärken bzw. wiederherstellen. Die Interventionen sind gewaltfrei und so gestaltet, dass sie jegliche Eskalation des Konfliktes weitestgehend vermeiden und dennoch hoch wirksam sind. Dabei werden die Eltern von den Expertinnen und Experten engmaschig gestützt und beraten. 


Infoflyer – Elterncoaching
Wiederherstellen der elterlichen Autorität

Flyer ElternCoaching
Flyer Eltern-Kind-Training




Weitere Informationen


Izabela Tekin

Alte Feuerwache e.V.
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