Jugendsozialarbeit
  

Kreuzberger Jugendliche verschiedenster Herkunft wachsen häufig mit einer kulturellen Zwiespältigkeit auf. Traditionelle Werte und Handlungsmuster, die ihnen vermittelt werden, prallen mit den Erfahrungen im Alltag zusammen. Soziale Integration ist eine wichtige Entwicklungsaufgabe der Jugendlichen.



Sie stellen sich die Fragen
 
Wie geht man mit kulturellen Unterschieden um, ohne die eigene Herkunft zu verleugnen und dennoch in das gesellschaftliche Leben integriert zu sein?
 
Was bedeutet in diesem Zusammenhang Integration?, Was bedeutet es für mich persönlich??
 
Was sind meine Lebensperspektiven? Wie sieht meine Zukunft in Deutschland aus und wie kann ich meine Ziele erreichen? 
 
Was unterscheidet mich von Anderen? Wo gibt es Gemeinsamkeiten und Verbindungen?
 
Wie gehe ich mit verwirrenden Gefühlen und Ängsten um und lerne sie zu verarbeiten?Wie gehe ich mit verwirrenden Gefühlen und Ängsten um und lerne sie zu verarbeiten?

 

Diese Fragen können selten allein beantwortet werden. Die Eltern, das Erziehungs- und Bildungssystem und die Gesellschaft sind oft damit überfordert. Es ist relativ einfach zu beantworten, was man nicht darf, konkrete Handlungsmöglichkeiten fehlen jedoch.

Jugendliche probieren aus, welche Grenzen überschritten werden können, welche verschiebbar sind (learning by doing) und welche Reaktionen darauf erfolgen. Die Handlungsunsicherheit der Eltern, Schule, Polizei, Sozialarbeiter/innen lassen häufig klare Grenzen und nachvollziehbare Interventionen vermissen. Bei fehlenden Handlungsalternativen besteht die Gefahr, dass die bewusst oder unbewusst gesuchten Grenzerfahrungen der Jugendlichen heftiger ausfallen. Die Reaktion des Umfeldes auch. Ausgrenzung und Stigmatisierung der Jugendlichen ist die Folge.

Die Jugendlichen ziehen sich in »ihr Ghetto« zurück und entwickeln eine Nischenkultur mit eigenen Regeln und Normen. Dabei ecken sie sowohl mit der deutschen Rechtsnorm, als auch bei den Eltern an. Aus diesem Teufelskreislauf versuchen die Mitarbeiter/innen der sozialintegrativen Gruppenarbeit den Jugendlichen herauszuhelfen.



Zielgruppe

Angesprochen werden vor allem Jugendliche aus dem Umfeld des Anhalter Bahnhofes.

Durch ein einfaches Hilfeplanverfahren können die Kinder im Alter von 9 bis 13 Jahren und Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren an der sozialintegrativen Gruppenarbeit teilnehmen.



Methoden

Der Zugang zu den Jugendlichen basiert auf der Straßensozialarbeit. Das heißt, die Pädagog/innen begeben sich dorthin, wo die Jugendlichen sich aufhalten. Das kann auf der Straße, in Freizeiteinrichtungen, Hausfluren oder Internetcafés etc. sein.

Für die jüngere Zielgruppe wird ein Bedarf von der Fanny-Hensel-Grundschule geäußert, die sich in der Nähe des Anhalter Treffs befindet. Die Kinder der 5. und 6. Klassen werden u.a. in ihren sozialen, persönlichen und schulischen Kompetenzen gestärkt, sodass sie für den Schulwechsel in die Oberschule gut vorbereitet sind.

Durch die regelmäßigen Besuche an ihren Treffpunkten und Aktionen im Freizeitbereich wird eine Atmosphäre des Vertrauens geschaffen. Dieses ist die Grundlage für die Einzelfall-, Kleingruppen- und Elternarbeit, in denen dann konkrete Inhalte bearbeitet werden können. Dazu wird in geschlechtsspezifischen Gruppen gearbeitet, um den notwendigen Schutzraum für die Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten. Themen sind dabei u.a. die Schule, Ausbildung, Gerichtsverfahren, Erziehung, Clique usw. Die Gruppenräume in der Bernburgerstraße 35 werden regelmäßig von den Jugendlichen für Freizeitgestaltung, die Erledigung von Hausaufgaben und Gesprächen genutzt.



Mitarbeiter/innen

Das interkulturelle Team der mobilen Jugendsozialarbeit besteht aus zwei Mitarbeiter/innen.

Auf unserer Kontaktseite stellen sie sich vor.